Es werde Licht!

Ein ganz wichtiger Aspekt in der Planung und während des Baus eines neuen Abschnittes ist die Beleuchtung. Der Modellbau kann noch so schöne Landschaften und architektonisch wunderschön gebaute Gebäude liefern, aber wenn diese nicht richtig und realitätsnah beleuchtet werden, gehen diese leider auf unserer Anlage vollkommen unter. Hier kommt  Anlagentechniker Kenneth Mandel, im Wunderland besser bekannt als Kenny, ins Spiel. Kenny ist bereits seit über 8 Jahren Teil des im Wunderlandes und unser Spezialist für Beleuchtung und Verdrahtung unter der Anlage. Da lag es natürlich auf der Hand, dass er für den neuen Bauabschnitt Italien die Projektleitung in diesem Bereich übernommen hat.

Kenny in seinem Element unter der Anlage

Kenny in seinem Element unter der Anlage.

Zum jetzigen Zeitpunkt haben Kenny und sein Team allerdings noch gar nicht so viel zu tun in Italien, da die Beleuchtungstechnik generell immer gut ein halbes Jahr hinter dem Modellbau her hinkt. Bevor Kennys Fähigkeiten also so richtig zum Einsatz kommen, muss der Modellbau erst einmal Gebäude und Landschaften vorbauen.  Die ersten Gebäude sind zwar schon im Rohbau fertig, doch es dauert bestimmt noch gut zwei bis drei Wochen bis die ersten Häuser aus Italien, in diesem Fall Rom, in die Werkstatt der Techniker kommen. Darum sind im Anfangsstadium auch nur zwei bis maximal drei Techniker für die Beleuchtung eingeteilt. Dieses wird sich allerdings innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate schlagartig ändern und intensivieren, weil dann der Modellbau mit dem großen landschaftlichen Teil Italiens fast fertig sein wird und sich hauptsächlich auf die Gebäude konzentriert. Dies bedeutet, dass Kenny sein Team dann auf gut sechs bis acht Personen erhöhen muss, um den erhöhten Arbeitsaufwand zu schaffen, und um die Häuser sukzessiv abzuarbeiten.

Es gibt aber auch einige Gebäude, bei denen man schon während des Baus mit der Beleuchtung beginnen muss,  entweder weil einzelne Teile dann hinterher weiterverarbeitet werden müssen und man nicht später nicht mehr richtig herankommen würde (zum Beispiel bei Häusern, welche in eine Felswand eingearbeitet werden müssen) oder auch, um im Vorfeld  schon genug Platz für die Ausbreitung des Lichts und die Kabelbäume zu schaffen. Besonders bei Gebäuden, die nicht genug Tiefe bieten, um eine realistische Zimmerbeleuchtung zu simulieren, muss Kenny von Beginn an bei der Planung dabei sein. Die Gebäude müssen im Vorfeld so modifiziert werden, damit sich im Nachhinein das Licht vernünftig ausbreiten kann.

 

Kabelwirrwarr unter der Anlage.

Kabelwirrwarr unter der Anlage.

Die durchschnittliche Zeit, die es benötigt  ein Standardgebäude zu beleuchten und zu verkabeln, dauert in der Regel eine gute Woche. Kurze Erläuterung: Ein Standardgebäude ist ein Gebäude mit sechs Stockwerken und jeweils sechs Fenstern pro Reihe und pro Seite, welches zur Hälfte mit Geschäftsbeleuchtung (Lichter, die den ganzen Tag oder die ganze Nacht durchgängig an sind) und zur anderen Hälfte mit Wohnungsbeleuchtung (Lichter, die während des Tages und auch nachts mal an und ausgehen) ausgestattet ist.

Darum hat Anlagentechniker Kenny auch den größten Respekt vor dem Abschnitt Rom. Denn Rom, quasi unsere Hauptattraktion, ist eine unheimlich dicht bebaute Stadt mit unzähligen großen Gebäuden, welche sehr aufwendig zu beleuchten sein werden. Die Gebäude sind teilweise sehr hoch, was bedeutet, dass man viele große zusammenhängende Flächen hat, wo einige hundert LEDs hineinpassen. Diese müssen dann natürlich auch dementsprechend verdrahtet werden. Hinter jede LED kommen zwei Drähte und in der Masse kann man sich schnell ausrechnen, was sich da für ein Kabelsalat hinterher verbirgt…

Hamburg und Rom bei Nacht im Vergleich Quelle: Wikipedia

Hamburg und Rom bei Nacht im Vergleich
Quelle: Wikipedia

Auch Kenny war im Mai bei der großen Wunderland-Expedition nach Italien mit dabei, um sich vor Ort einen vernünftigen Eindruck über die dortigen Lichtverhältnisse zu machen. Diese Reise hat ihm vor allem in der Einschätzung der Lichtfarben unheimlich geholfen. Wo die Beleuchtung bei uns, in den Wohnungen als auch auf den Straßen, sich eher in einem sehr weißen und blassen Farbspektrum bewegt, ist sie in Italien sehr warm, mit vielen gelblastigen, fast schon orangefarbenen Tönen. Auch von der Intensität ist die italienische Beleuchtung, vor allem in den Wohnungen, viel schwächer als bei uns. Die Miniatur Wunderland-Besucher werden also im Nachtmodus einen sehr deutlichen Unterschied zwischen den Hamburg-Abschnitt und dem Rom-Abschnitt erkennen können.

Das Kolosseum bei Nacht Quelle: Wikipedia

Das Kolosseum bei Nacht
Quelle: Wikipedia

Die größte Herausforderung allerdings werden die großen Sehenswürdigkeiten, wie das Kolosseum  oder der Petersdom, in Rom werden. Diese Gebäude sind weltbekannt und fast jeder hat sie entweder schon einmal live oder im Fernsehen oder Bildern gesehen, daher müssen sie so realitätsnah wie möglich nachgebaut werden. Dazu kommt, dass diese Gebäude auch noch sehr groß und daher extrem aufwendig sind. Der Petersdom allein wird schätzungsweise einen Monat dauern, um diesen komplett zu beleuchten. Aber in der Herausforderung steckt auch viel Freude. So freut sich Kenny bereits jetzt schon sehr mit der Beleuchtung des Kolosseums beginnen zu können, denn gerade dieses Bauwerk bietet sehr viel Freiheit zum Spielen und Austoben. Der Abschnitt Rom wird im Großen und Ganzen sehr hell werden, vergleichbar mit der Helligkeit des Flughafens. Das Kolosseum wird allerdings sehr viel Dunkelheit in den Abschnitt bringen und bietet somit quasi einen Schattenpunkt, den man dann punktuell mit der richtigen Beleuchtung sehr schön akzentuieren kann. Wir sind schon jetzt auf die ersten Ergebnisse gespannt!

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