Sven Hinzmann über den aktuellen Stand der Lichttechnik

Schon seit Jahren versuchen wir im Wunderland alle aktuellen technischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen und immer ein wenig weiter zu denken. Natürlich gilt dies auch für den Bereich der Beleuchtung der Anlage, wobei man diesen grundsätzlich in zwei Teile trennen muss. Zum einen sprechen haben wir die Beleuchtung in und an den einzelnen Modellen, zum anderen die komplette Beleuchtung der Anlage.

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Die Anlagenbeleuchtung wird komplett automatisch geregelt. In Sonderfällen kann Sven allerdings diese auch manuell am Laptop verändern.

 

Die Beleuchtung in und an den Modellen haben wir schon seit einigen Jahren komplett auf LED umgerüstet. Bei dieser Beleuchtung ist sowohl die Größe und die Leistung der LED gegenüber konventionellen Leuchtmitteln unschlagbar, als auch die Standzeit bzw. Laufzeit, welche weit über der eines konventionellen Leuchtmittels liegt. Außerdem kann man mit LEDs viele unterschiedliche Effekte erzeugen, die mit konventionellen Leuchtmitteln nicht möglich wären. Ein weiterer Vorteil ist, dass meistens nur die Grundfarben (rot, grün, blau)  oder unterschiedliche Weißtöne einzeln eingesetzt werden, also die Farben nicht gemischt werden müssen. Mehr über diese Art der Beleuchtung könnt ihr in dem Artikel „Es werde Licht!“ nachlesen.

Bei der Beleuchtung der Anlage für den Tag- Nachtverlauf ist die Aufgabe der Beleuchtung ein wenig schwieriger, denn hier muss man einige Dinge beachten. Zum einen benötigen wir eine gewisse Beleuchtungsstärke auf der Anlage, damit die Lichtstimmung in der Tag-Situation auch als solche wahrgenommen wird. Zum anderen benötigen wir LEDs, die das gesamte Farbspektrum wiedergeben können, denn Objekte reflektieren nur das Licht, mit welchem sie beleuchtet werden.  Damit hatten wir lange Zeit Probleme, denn die Hersteller von LEDs haben zwar leistungsstarke LEDs gebaut, allerdings wichen diese immer wieder in eine Richtung des Farbspektrums ab. So entstand dann entweder ein Blau- Rot- oder Grünstich, welcher für eine möglichst natürliche Beleuchtung eines Objektes nicht brauchbar ist. Aber auch bei LEDs im homogenen Bereich des Farbspektrum, welche die beleuchteten Objekte naturgetreu wieder geben haben, gab es Probleme. Diese LEDs hatten zu wenig Leistung, so dass man am Ende zu viele hätte einsetzten müssen und es unwirtschaftlich geworden wäre. Schließlich müssen wir mehrere hundert Quadratmeter Fläche ausleuchten.

Neben diesen Hauptproblemen gibt es aber noch einige weitere, wie zum Beispiel die Abstrahlung der LEDs, die Ansteuerung für das Dimmen, die Wärmeentwicklung und im Bereich der Hochleistung-LED das Problem der Standzeit / Laufzeit. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, haben wir den professionellen Markt für Beleuchtungen beobachtet, um zu sehen wie dort die Entwicklung ist. Welche Trends gibt es? Bekommen wir die oben genannten Probleme gelöst?

Im Bereich der Beleuchtung von Museen gab es in den letzten Jahren immer mehr den Trend auf LED-Beleuchtung zu wechseln. Diese Leuchten sind allerdings sehr punktuell und müssen selten eine große Fläche ausleuchten,  so wie es bei uns der Fall ist. Im letzten Jahr knüpften wir glücklicherweise Kontakt zu einem Vertrieb von professionellen Leuchten, der uns seine Hilfe hierbei angeboten haben. Wir haben im Zuge dessen unterschiedliche Leuchten ausprobiert und mit anderen Herstellern verglichen. Aus dieser Zusammenarbeit, konnten wir auch einen  Kontakt zu einem italienischen Hersteller für professionelle Lichtsysteme herstellen.

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Die unterschiedliche Beleuchtung im Vergleich. Oben ist ein LED-Prototyp abgelichtet, unten unsere aktuellen Leuchtstoffröhren.

Der italienische Hersteller hat für uns daraufhin vier Prototypen angefertigt, wovon ein Teil jetzt in Knuffingen als Test hängt. Die Besonderheit ist hier, dass wir zwei unterschiedliche Leuchten in ein Gehäuse gebaut haben, um unsere Anforderungen zu erfüllen. Hierzu wurden 36 weiße LEDs der Farbtemperatur von 3200k und einem Farbwiedergabeindex (CRI) von 90 mit 24 RGBW LEDs kombiniert. Zusätzlich wurden die Optiken vor den LEDs ausgebaut, um eine möglichst flächige Beleuchtung auf kurze Distanz zu erhalten. Durch diese Leuchten ist es uns nun möglich, unterschiedlichste Beleuchtungen zu schaffen. Zum Beispiel ist es möglich in der Tagsituation die weiße Beleuchtung von eher rötlich bis bläulich zu mischen, um so auch am Tage den Verlauf der Sonne abzubilden. Dies ist natürlich besonders wichtig für ein südländisches Land wie Italien, wodurch die Sonne eine sehr gelb-lastige und warme Lichtstimmung herrscht. Es ist aber auch möglich weitere Lichtstimmungen, wie Sonnenuntergang, Nacht und Morgendämmerung zu setzen. Und auch Effekte wie Wolken oder stilisierte Blitze sind jetzt möglich.

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An diesem Bildausschnitt aus Knuffingen kann man sehr schön sehen, wie unterschiedlich die Anlage zu unterschiedlichen Tageszeiten wirken kann.

 

Ganz besonders im neuen Italien-Abschnitt werden wir sicherlich aus dem Vollen schöpfen und einige dieser Effekte in unsere Anlage integrieren. Ich jedenfalls bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt!

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