Modellbau-Chef Gerhard Dauschers Vision von Rom

Eines der Highlights des neuen Italien-Abschnittes wird ganz klar Rom. Modellbauerisch wird uns diese Stadt allerdings einiges abverlangen, denn an kaum einem anderen Ort der Welt gibt es so viele monumentale Bauwerke. Insgesamt müssen wir eine reale Fläche von 1.285 km² in eine Modellbaufläche von 32 m² konvertieren – und das wird ein spannender Kunstgriff werden. Gut, dass wir vor knapp einem Monat vor Ort waren, um uns einen persönlichen Eindruck zu machen und die Stadt mit all unseren Sinnen zu erleben. Wir hoffen nun, dass wir einen Bauabschnitt schaffen können, der den Besucher in eine andere Welt eintauchen lässt.

rom_von-oben

Rom wird im Miniatur Wunderland als Anlageninsel dargestellt. Dadurch haben wir viel Anlagenkante zur Verfügung, um viele der engen, kleinen Gassen zu zeigen, welche Rom ausmachen. Wir wollen das Innenleben dieser faszinierenden Stadt zeigen – das lebhafte Gewusel quasi. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem kleinen Café auf einem von Roms vielen Piazzas und trinken einen Espresso. Um Sie herum ist es niemals still. Wegen der vielen Sonnentage in Italien findet das alltägliche Leben meist auf der Straße statt. Man kann beobachten, wie Einheimische wie auch Touristen an Marktständen um Preise feilschen, sich lautstark und wild gestikulierend unterhalten, Straßenmusikern zuhören, Fotos machen, Fußball spielen etc. Es wird niemals langweilig! Unser Ziel ist es, dieses Temperament und vor allem diese Geräuschkulisse bildlich darzustellen.

rom_gasse

Aber es wird natürlich nicht nur enge Gassen und verwinkelte Hinterhöfe in unserem Rom geben, sondern auch breite Hauptverkehrsstraßen. Wer schon einmal in Rom war, weiß, wie chaotisch es dort vor sich geht. Es vergehen kaum ein paar Sekunden, in denen man nicht wildes Gehupe oder Sirenen hört. Um dem gewachsenen Verkehr des 20. Jahrhunderts gerecht zu werden, musste man in die „Luft gehen“, was bedeutet, dass die Verkehrsflüsse über aufgeständerte Fahrbahnen gelenkt werden. Dies ist für uns sehr interessant, denn genau diese Verkehrsmagistralen geben uns in der Gestaltung eine weitere Darstellungsebene.

rom_verkehrsmagistrale

Mitten durch die Stadt zieht sich der Tiber und fantastische kunstvolle Brückenbauwerke verbinden die einzelnen Stadtteile. Um den Tiber herum findet man Gebäude aus vielen verschiedenen Epochen, wie beispielsweise der Antike, der Romanik, der Gotik, der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus. Insgesamt gibt es so viele tolle Gebäude in Rom, wenn wir diese allerdings alle in unsere Anlage integrieren würden, wären wir wahrscheinlich bei der fünffachen Fläche – und die haben wir leider nicht. Also mussten wir aussortieren, was uns wirklich schwer viel. Einige der Bauwerke will ich euch heute schon einmal kurz vorstellen.

rom_engelsbrücke

Nicht fehlen darf der Petersdom, den wir direkt an der Anlagenkante platzieren werden, so dass man die prunkvollen Fassaden und die Skulpturen genau unter die Lupe nehmen kann. Außerdem werden wir das Geheimnis des Arbeitsalltages des Papstes lüften, denn der Blick in den Papstpalast wird als „angeschnittenes“ Modell an der Anlagenkante offen sein.

rom_petersdom

Auch das Kolosseum kann man bei uns besichtigen. Wir sind allerdings immer noch auf der Suche nach einer Lösung, wie wir es am besten bauen können. Die vielen Rundungen, Bögen, Mauerreste und vor allem das unterirdische Gewölbe machen uns ganz schön zu schaffen. Das Kolosseum, welches bei Nacht zum Leben erwachen wird, wird als halboffene Bauform direkt an der Anlagenkante platziert sein. Übrigens sind wir noch immer auf der Suche nach einer passenden Knopfdrücker-Idee. Habt Ihr vielleicht eine gute Idee?

rom_kolosseum

Direkt neben dem Kolosseum befindet sich das „Forum Romanum“, eine von Mythen und Legenden umrankte Welt. Welche Geschichten können uns die Steine erzählen? Was verbirgt sich dahinter? Vielleicht lüftet ein Knopfdrücker die Geheimnisse?

Zusätzlich werden wir auch unter anderem den „Trevi-Brunnen“, die „Spanische Treppe“ und das“ Monumento a Vittorio Emanuele II“ abbilden. Im Hintergrund unseres Roms erkennt man eine Trabantenstadt der Neuzeit, die als Kontrast zu den Innenstadtbauten viel Spannung in sich birgt.

rom_hauptbahnhof

Aber natürlich sollen auch die Modellbahnfans in Rom nicht zu kurz kommen. Straßenbahnen werden sich durch den vielbefahrenen Kreisverkehr schlängeln und kreuzen dann unterirdisch den Hauptbahnhof. Hinter dem Hauptbahnhof werden wir – wie auch im Original – ein Straßenbahndepot für Wartungen und Reparaturen bauen. Der Hauptbahnhof, ein Kopfbahnhof, ist das Zentrum unserer Anlage und ist von gewaltigen Bahnverwaltungsgebäuden aus den 20er Jahren umgeben. Die Front des Bahnhofs ziert ein Glasbauwerk aus den 50er Jahren. Die Besucher können an der Stirnseite stehend die an- und abfahrenden Züge beobachten. Insgesamt 12 Bahnhofsgleise verzweigen sich von dort aus über ein kompliziertes Gleisdreieck in alle Richtungen: vom Nahverkehr, über Airportexpress- und Güterzüge bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen wird es alles geben.

Ich bin sehr gespannt, wie Rom am Ende aussehen wird und hoffe, dass es Euch gefallen wird!

Veröffentlicht unter Text
Schlagworte:
7 comments on “Modellbau-Chef Gerhard Dauschers Vision von Rom
  1. HahNullMuehr sagt:

    Moin. Beim Kollosseum denkt ja unweigerlich an Gladiatorenkämpfe und an arme Sünder, die den Wilden Tieren vorgeworfen wurden.
    Knopfdruck: Ein Gittertor in der Arena öffnet sich; ein Löwe steckt den Kopf heraus, blickt ins Rund, Mangels essbarer Verurteilter zieht er sich wieder zurück. Tor zu.

    Im Forum sollte natürlich Cato d. Ä. seinen Auftritt haben. Er tritt in Toga oder Tunika vor das Auditorium und deklamiert:
    „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ [lat: Im Übrigen bin ich der ANsicht, dass Karthago zerstört werden muss.]
    Applaus, Abgang Cato.

    Gruß 🙂

  2. Thomas sagt:

    Halllooo?????
    Lebt die Seite noch??
    Schon lange her dass es mal was neues hier gab..

    🙁

  3. winnie sagt:

    Hallo, die Rom-Darstellung wird sicher sehr spannend! Ich freu mich, wenn ich das irgendwann erleben kann 🙂

    Was meint ihr mit „Um dem gewachsenen Verkehr des 19. Jahrhunderts gerecht zu werden, musste man in die „Luft gehen“, was bedeutet, dass die Verkehrsflüsse über aufgeständerte Fahrbahnen gelenkt werden.“???
    Die Brücken sind doch keine Bauwerke des 19. Jahrhunderts, oder?

    • Hallo Winnie, da hast du natürlich Recht! Uns ist ein kleiner Gedankenfehler unterlaufen. Wir meinen natürlich den gewachsenen Verkehr des 20. Jahrhunderts (gerade im Text verbessert). Vielen Dank fürs aufmerksame Lesen!

  4. Das heutige Forum Romanum ist langweilig.
    Ihr habt doch schon bei Pompei nach einer Lösung für das heutige und antike Pompei gesucht.
    Mein Vorschlag wäre sehr aufwendig: Stellt das Forum gegenwärtig dar, dann in 2. Version aus Holz mit Seeschlacht, dann in Stein mit Gladiatorenkampf und ggfs als 4. Version mit wilden Tieren…
    Die Modelle auf eine Würfel, der von unten mit der jeweiligen Seite eingefahren werden kann. Wechsel im langsamen Rhythmus

  5. Frank Bernzen sagt:

    Der Papstpalast ist leer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*