Die Freuden und Herausforderungen der Bahntechnik

Der neue Bauabschnitt Italien hält auch für die Bahntechnik so einige Herausforderungen bereit. Nachdem in vorherigen Beiträgen unser Gleisplan bereits näher betrachtet wurde, werde ich an dieser Stelle einen Einblick in spannende Aufgaben aus der Bahntechnik geben.

joachim

Es gibt einige Neuheiten, die es in dieser Form im Miniatur Wunderland noch nicht gab. Hierzu gehört unter anderem ein großer Kopfbahnhof, den wir auf der Anlage in Rom verwirklichen werden. Das bedeutet für unsere italienischen Wunderlandbewohner, dass sie mit dem Zug von Süden und von Norden nach Rom einreisen können und dort, wie im großen Vorbild, umsteigen müssen. Das hat zur Folge, dass es zu bestimmten Zeiten ein großes Zugaufkommen am Bahnhof geben wird, um ein Umsteigen ohne Wartezeiten zu ermöglichen.

Das Streckennetz im gesamten Italienabschnitt wird sehr weitläufig angelegt, wodurch es zu Problemen mit dem elektrischen Spannungsfall kommt. Um dem Abfall und Leistungsverlust bei langen Strecken entgegenzuwirken, werden wir Kabel mit einem höheren Leitungsquerschnitt verlegen. Das bedeutet natürlich auch, dass mehr Kabelmasse unter der Anlage verstaut werden muss. Aber das ist eine Herausforderung, mit der wir uns dann später befassen werden.

Auch die Streckenführung wird in Italien recht aufwendig gestaltet. Hierdurch bedingt entstehen viele Kehrschleifen. Da sich in einer solchen Schleife die aneinandergrenzenden Spannungen oft ändern, müssen diese an den Gleisen oft umgepolt werden. Bei der Identifizierung aller Punkte, an denen eine solche Umpolung stattfindet, und bei der Lösung des Polungsproblems, kann man schnell den Überblick verlieren. Ein solcher Plan zur Umpolung in den Kehrschleifen, über dem unsere Bahntechniker derzeit brüten, kann man im Bild unten sehen.

Kehrschleifen

Auch neu wird die Nutzung der Gleiswendel als Schattenbahnhöfe sein: Gleiswendel brauchen wir, um die Höhenunterschiede überwinden zu können. Diese gibt es natürlich auch an anderen Stellen im Miniatur Wunderland, jedoch sollen sie in Italien intensiv als Schattenbahnhöfe genutzt werden. Das bedeutet, dass beim Überwinden von Höhe die Gleise mehrspurig angelegt werden, um hier Züge zwischenzuparken.

joachim-gleiswendel

Was wir im neuen Bauabschnitt unbedingt umsetzen möchten, sind die Drehstromoberleitungen, die es früher in Italien gab. Pantographen, wie sie meist zu sehen sind, werden als Einphasensystem bezeichnet. Die Stromversorgung wird extern über die Leitungen von oben zugeführt und über die Räder und die Schiene wieder abgeführt. Beim Drehstrom handelt es sich um ein Dreiphasensystem, wobei der Strom über drei Kontaktpunkte einfließt: Es gibt zwei Pantographen und als dritter Kontakt wird die Schiene genutzt. Da wir mit Drehstromoberleitungen noch keine Erfahrungen haben, werden wir diese zunächst in einem Modell testen und uns dann an eine kleine Nebenstrecke wagen.

oberleitung-wechselspannung

Das sind derzeit die Aufgaben, mit denen wir uns in der Bahntechniker die Arbeitszeit versüßen. Ihr dürft also auf einige technische Finessen im Italien-Abschnitt gespannt sein.

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