In Italien beginnt es zu rollen!

Eine Weile ist das euphorische Interview über die Gedanken zur Zugplanung im kommenden Italien-Abschnitt schon her. Damals musste ich zugeben, dass meine Ideen zu den italienischen Zügen auf etwas älteren Erinnerungen beruhen. Inzwischen gab es Gelegenheit diese Erinnerungen vor Ort aufzufrischen. Es gibt sie noch, die wunderschönen Strecken entlang des Meeres, den starken Kontrast zwischen Bergen, Tunneln und Küste auf engstem Raum, die liebenswerten kleine Städte entlang der Bahntrassen und  die italienische Lebensfreude, die jeden größeren Bahnhof zu einem Erlebnis macht. Und auch die kleinen Bahnhöfe, die um die Mittagszeit den Eindruck erwecken als säße man in dem ersten Zug, der diesen Bahnhof seit Jahren anfährt, haben sich ihren besonderen Charme erhalten. Schön, dass es Dinge gibt, die sich scheinbar nie ändern…

Bahnhof Rom

Bahnhof Rom

Wir haben natürlich auch viele Züge gesehen. Eine ganze Reihe davon sind inzwischen „alte Bekannte“ und konkret in Planung für die Anlage, aber es gab auch viele „Neuentdeckungen“. Jetzt gilt es also das Gesehene zu schrumpfen und in 1:87 ins Wunderland zu holen. Die Euphorie ist ungebrochen, aber es liegt eine wirklich große Aufgabe vor uns. Ein bisschen Italien gibt es bei jedem großen Hersteller, aber ein bisschen ist lange nicht genug. Schließlich haben wir ja rund 150 Gleise vorbildgetreu zu bestücken. Die genaue Anzahl variiert noch ein bisschen, weil gelegentlich Gleise plötzlichen Landschaftsveränderungen zum Opfer fallen und an anderen Stellen Neue entstehen. In der jetzigen Phase des Baus ist Italien doch überraschend dynamisch und Modelbauchef Gerhard Dauscher kennt da kein Pardon.

Bahnhof Rom von oben

Bahnhof Rom von oben

Eine der besonderen Herausforderungen ist der Bahnhof Rom. Wie Gerhard Dauscher schon geschrieben hatte, ist der Bahnhof Rom Termini ein sogenannter Kopfbahnhof. Dort verkehren ausschließlich Wendezüge, die also in die gleiche Richtung abfahren aus der sie gekommen sind. Bei modernen Hochgeschwindigkeitszügen kein Problem. Sie sehen nicht nur von beiden Seiten gleich aus, sie fahren auch in beide Richtungen gleich gut. Bei den Zügen der älteren Generationen (Epochen) gibt es auf der einen Seite die Lok und auf der anderen den Steuerwagen, in dem der Lokführer sitzt und die Geschwindigkeit regelt, wenn der Zug im  Schiebetrieb fährt. Also kann auch ein solcher Zug problemlos in beide Richtungen fahren. Das bedeutet aber, dass wir für diese Züge auch die passenden Steuerwagen finden müssen, sonst wäre es nicht vorbildgetreu oder man müsste einen Lokwechsel machen, also mit einer Lok von der anderen Seite an den Zug ankuppeln und so in die neu Fahrtrichtung abfahren. Auch wenn wir es immer wieder probieren und es irgendwann bestimmt schaffen werden es zuverlässig ablaufen zu lassen, ist es zum jetzige Zeitpunkt im Modell kaum zu realisieren.

Steuerwagen

italienischer Steuerwagen im zukünftigen Bahnhof Rom

Leider gibt es gibt es in einem solchen Kopfbahnhof auch keine durchfahrenden Güterzüge, die gelegentlich für etwas Unterhaltung sorgen könnten, weil ja alle Gleise Sachgleise sind. Diese werden vorher am Bahnhof vorbei geleitet, was eine der Herausforderungen für die Konfiguration der Zugsteuerung ist. Darüber werden wir berichten, wenn es daran geht, die Züge in Betrieb zu nehmen.In I

italienische Züge

Diverse italienische Züge, welche wir schon für den neuen Abschnitt vor Ort haben.

Wie Ihr seht, bereitet uns das Thema Züge – so spannend es auch ist – viel Kopfzerbrechen. Dies liegt vor allem an den Schwierigkeiten das passende Material zu bekommen. Wir sind also ganz stark auf Eure Hilfe angewiesen. Viele von Euch kennen Italien und auch den Bahnhof Rom Termini von ihren Urlaubsreisen her und haben bestimmt dort Züge gesehen, die in guter Erinnerung geblieben sind. Wer sich wünscht, dass seine persönlicher „Urlaubslieblingszug“ bei uns fährt, kann in den Kommentaren unter diesem Artikel gerne Vorschläge machen, welche Züge wir fahren lassen sollen. Am besten natürlich mit einer Idee, wo man das passende Modell bekommen kann. Oder wie wir das passende Modell vielleicht selber bauen können? Wir sind gespannt auf die vielen Ideen.

In dem nächsten Artikel über die Züge in unserem neuen Italien-Abschnitt werden wir auf Eure Ideen eingehen, vielleicht sogar schon die ersten bestellten Züge vorstellen und etwas über die Straßenbahn in Rom berichten.

 

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24 comments on “In Italien beginnt es zu rollen!
  1. Alessandro sagt:

    Es braucht auf jeden Fall der Fercciarossa-Hochgeschwindigkeitszug. Acme bietet da ein wunderbares Modell an!

  2. Thomas Hain sagt:

    Den früher (in den 1980ern und 1990ern) um 18:00 und 21:00 (von Neapel kommend) jeweils abfahrenden Nachtzug nach München, der hauptsächlich aus ozeanblau/beigen DB-Liegewagen, DB-Abteilwagen und Schlafwagen gebildet wurde, und an dem noch Kurswagen bis zum Brenner oder in andere norditalienische Destinationen beigestellt wurden, das wäre mein Wunschzug.

  3. Werner Eichler sagt:

    Nachdem es moeglicherweise noetig sein wird gewisse modelle selber zu bauen schlage ich vor, dass Ihr Euch mit dem 3d Druck befasst. Da gibt es bereits viele moeglichkeiten, besonders in Deutschland.
    Beste Gruesse
    Werner Eichler
    Franzoesische Schweiz.

  4. Ich besitze nahezu alle italienischen Modelle. Zum Teil auch 1:80. Bei mir haben allerdings Wendezüge Fahrverbot, da ich sie für ein ästhetisches Ungeheuer halte. Dafür fahren Pulmannzüge der CIWL sowie der Treno azzuro Milano-Napoli mit einer blauen E 646. Sympathisch sind auch die alten centoporte Wagen mit Dampfloks aber auch die verschiedenen Trifase Loks eignen sich bestens dazu. Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung falls Sie mehr zum Thema Italia e i suoi treni wissen möchten.

  5. Fischnaller Aaron sagt:

    Ich bin selbst italiener wenn auch nicht von Rom. Was es unbedingt in Rom (Termini) geben muss ist die freccia rossa, freccia argento , den neuen hochgeschwindigkeitszug „Italo“ und au jeden fall vieeeeele regionalzüge die zu 99% von der lock FS E 464 mit den klassischen waggone weiß-grün

    • Maik / Miwula sagt:

      Hallo Aaron, die Fahrzeuge auf den italienischen Gleisen sind nicht mehr nur weiß-grün. Es gibt dir regionalen Bahnen mit eigenen Farbkonzepten und es gibt viele bunte Privatbahnen. Selbstverständlich werden auch die weiß-grünen Züge der FS vorhanden sein, ebenso wie die ältern Farben Orange, Grau, Braun und Grün.
      Schönen Gruß
      Maik

  6. Florian sagt:

    Es sollte auf jeden Fall den stündlich verkehrenden Leonardo-Express in den Bahnhof Termini geben (Das ist die Zugverbindung zum Flughafen Fuimiicino „Leonardo DaVinci“

    Außerdem wäre es – zwar nich ganz Vorbildgetreu aber von der Spurweite bzw. von der Oberleitung her möglich – einige U-Bahnzüge der Metro von Rom in die Statione Termini einfahren zu lassen

    • Maik / Miwula sagt:

      Hallo Florian, den Leonardo-Express wird es auf jeden Fall geben. Einen entsprechenden Triebwagen gibt es von ViTrains. Wir überlegen noch, ob man auch die älteren Lokbespannten Züge nachbilden kann.
      Die U-Bahn werden wir aber in der Erde lassen.
      Schönen Gruß
      Maik

  7. Florian sagt:

    Wie wäre es mit dem ein oder anderm Pilgerzug der aus Deutschland oder so in den Bahnhof Termini fährt?

  8. Hubert sagt:

    Ich würde folgende Exemplare besonders hervorheben, die E428, E645, E626 sowie der regionale Triebwagen Ale 840, später in den 90ern die E632 und E633 Tigre im Doppelzug vor Güterzügen. Im der Brennergegend sicherlich die bekanntesten Maschinen in den letzten 40 Jahren.

  9. Andreas Weise sagt:

    Ich habe zwar schon im Miwula-Forum geschrieben, aber da kam bislang keine Reaktion; nun also nochmal hier:

    Da es ja schwierig ist, an authentisches Rollmaterial heranzukommen, könnte man auch die Fantasie spielen lassen nach dem Motto: „Was wäre gewesen wenn…“. Im Umlackieren und -Beschriften von Zügen hat das Miwula-Team ja Erfahrungen. Wieso also nicht den hypothetischen Fall annehmen, die DB hätte Regionalbahnzüge an die FS verkauft. Einige davon sind bereits ans neue Einsatzgebiet angepasst, andere nicht. Die Folge wären dann z. B. Silberlinge, die noch in silber fahren und nur das FS-Logo tragen; andere Wagen im selben Zug sind vielleicht schon in XMPR umlackiert…mit solchen Geschichten lassen sich auch Umbauten leicht erhältlicher Modelle erklären…

    Bei Güterzügen kann man auch leicht selbst Hand anlegen und z. B. Wechselbrücken und Auflieger mit Logos italienischer Firmen versehen. An Aufliegern etc. ist auf den Straßen und Kombiverkehrzügen so viel unterwegs, dass sich für alles ein Vorbild findet. Und Zehntel-Millimeter-Fanatiker haben keine Chance zu monieren, dieser oder jener LKW sei so nicht modellgetreu 🙂

    Andreas Weise

    • Maik sagt:

      Hallo Andreas, solche Tricks gibt es bei uns normalerweise nicht. Mittlerweile gibt es auc zahreiche italienische Modelle. Da sie aber selten in hohen Stückzahlen gefertigt werden, kommt es vor, das sie sehr schnell ausverkauft sind. Es gibt auch einige Privatbahnen, die sich gebrauchte Fahrzeuge in Europa zusammengekauft haben. Da könnte man etwas mit Farbe machen.
      Schönen Gruß
      Maik

  10. Julian sagt:

    Der Gondoliere (Nachtzug von Rom nach Wien) mit 3 E464 und vorbildgerechten 18 Wagen in den 90 ern.

    • Julian sagt:

      Roco und Rivarossi bieten die passenden Modelle an

    • Hallo Julian!
      Meintest du den EN (EuroNight) 235 / EN 234 von Wien (Abf. Wien Meidling19h30) nach Rom Ankunft Termini 09h22? Der heißt jetzt „Allegra Toska“ und war in den 90-gern als „Romulus (Wien-Rom)“ und als „Remus“ (Rom-Wien) bekannt. War gerade in Rom auf Urlaub. Die Loks waren die an unserem Zug dabei waren die E-Lok E.402.176 (ACME 60383 E-Lok der Trenitalia in XMPR Lackierung.) und die E 402.134 (A.C.M.E 60382 (H0)
      Grüße aus Kärnten/ Österreich

  11. otmar wiesmeth sagt:

    „…. wenn der Zug im Schiebetrieb fährt ….“
    war vielleicht so nicht beabsichtigt
    ansonsten: gutes Gelingen

  12. Martin Wenger sagt:

    Den ETR 610 (Acme)der die Schweiz mit Italien verbindet. Der Vorgängerpannenzug ETR470 (?)und natürlich der Ferrarirote ITALO(?). Ausserdem Flirt Regiozüge aus dem Südtirol oder Apulien(Liliputhat Flirts aber glaube nicht diese)

  13. Dr. Carlo Regazzoni sagt:

    auf keinen all fehlen dürfen die legendären E 428 sowie E 636. Dazu gibt es Massstab getreue Oldtimer von Rocco

  14. Hallo. Falls ihr noch römische Straßenbahnen sucht, da gibt es welche bei shapeways, die im 3D-druck hergestellt werden. Guckst du hier:
    https://www.shapeways.com/model/1582504/rom-stanga-body-h0.html?materialId=62
    Und es gibt noch ein weiteres Modell…

  15. Frank sagt:

    Mega cool wäre es auch den Venice-Simplon-Orient-Express fahren zu lassen.

  16. Tim Tabacchi sagt:

    Hallo liebes Wunderland Team, wie wäre es mit einem Dampfzug, der als Museumszug durch die Toskana und an der Amalfiküste herfährt? In Italien gibt es mehrere Dampfloks die noch fahren. Ein Modell der FS Gr 625.100 gibt es beim Hersteller Os.Kar
    http://www.oskartrains.it/index.php/catalogo-on-line/view/productdetails/virtuemart_product_id/1/virtuemart_category_id/14

    Lg

  17. Simon N. sagt:

    Ich würde mich über einen Vivalto mit e 464 in Vivalto-Lakierung freuen. Ob Silber-Blau-Neon oder Weiß, egal. Der wird von Vitrains gebaut, was wohl die beste Qualität an italienischen Herrsteller sein dürfe.

  18. Damian Etter sagt:

    Ich weiss dss es ein bischen spät ist aber der neue Frecciarossa der bald von ACME kommt muss unbedingt auf die Anlage ist einfach der schönste Schnellzug!

1 Pings/Trackbacks für "In Italien beginnt es zu rollen!"
  1. […] wird auch die Bahn, die bei den letzten Projekten kaum eine Rolle spielte, wieder richtig zum Zuge […]

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